Schwedischer Hecht am Kupferdraht....

Angeln in Schweden
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Reisender
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Schwedischer Hecht am Kupferdraht....

Ungelesener Beitrag von Reisender » Montag 14. Februar 2011, 13:45

Hecht mal ganz anders Fangen!!

Sommensee in Schweden..... :bier: :bier:

Nun war es so weit, heute sollte es endlich auf Hecht gehen auf dem Sommensee in Tranas Schweden. Leider ließ das Wetter es die letzten Tage nicht zu, so dass ich mich mit dem Angeln vom Steg aus begnügen musste. Hier fing ich einige Barsche und auch Brassen und Rotfedern. Ich Tüttelte meine Angelsachen zusammen und war froh, dass es nun endlich raus ging. Mein Kollege meinte nur….lass mal deine Sachen hier, ich habe schon alles für uns an Bord. OK meinte ich und freute mich wie ein Schneekönig auf die Tour.

Als wir an Bord waren, schaute ich mich um und erblickte nur 2 Ruten.
Eine die am Rigger in die Tiefe gelassen wird, und eine die mein Kollege immer zum Schleppen benutze. Nur für mich sah ich keine Rute an Bord. Hmmm, ich fragte nach und bekam die Antwort, das die in der Tasche wäre die dort liegt. Watt Tasche …Rute und Rolle ?? Etwas klein für eine Hechtrute meinte ich nur so mal nebenbei!! Wir legten ab und ich begann die Tasche auf zu machen. Verdutzt nahm ich eine…na wie soll ich sagen, so was wie ein kleine Kabeltrommel aus der Tasche.

Mein Kollege Grinste und meinte nur ganz trocken, das ich nun das beste Geschirr zum Hechtangeln in der Hand halte. Nee Kabeltrommel voller Schnur, das soll das beste sein??

Mein Kollege nahm diese Kabeltrommel und zog ein wenig Schnur ab, daran band er einen Wirbel und klinkte einen Wobbler an. Ich staunte nicht schlecht, als er mir das Ungetüm wieder in die Hand drückte und sagte ich solle nun das fischen beginnen. Also ließ ich den Wobbler zu Wasser und sah, dass er so auf 3-4 Meter tief abtauchte. Ich meinte nur, ob es nicht zu flach ist…worauf mein Kollege wieder grinsend zu mir sagte. Lass weiter ab…und was ich nun sah, verschlug mir die sprache. Es kam was Glänzendes zum Vorschein, was sich als Kupferdraht herausstellte. Ich blickte wieder auf und schaute nur in ein Gesicht welches vor Freude nur so glänzte. Yes the best fishing……es handelte sich um 1,5 mm starkes Kupferdraht, welche ca. eine länge von 10 -13 Meter hatte. Dieser Draht endete und es kam wieder Mono Schnur zum Vorschein.

Durch das Gewicht des Drahtes, ging der Wobbler tiefer und tiefer…so das er eine ca. tiefe von 8-10 Meter erreichte……als ich ca. 30 Meter abgelassen hatte, merkte ich, das ganz schön zug auf die ganze Geschichte kam. Fragend schaute ich nun zu meinem Kollegen, der mir zu verstehen gab, dass ich immer leicht ziehen und locker lassen sollte. Also begann ich zu ziehen und wieder los zu lassen. Ich konnte mir vorstellen, wie der Wobbler sich im Wasser verhielt.

Eins kann ich sagen, die Schnur die um meiner Hand gewickelt war, schnitt sich auch in dieser, so das ich hin und wieder die rechte und die linke Hand verwendete. Auch wurden meine Arme langsam müde, denn es ist schwer immer wieder und wieder denn Wobbler leben ein zu hauchen!! Es wurde schwerer und schwerer, so das ich hin und wieder pause machte mit dem ziehen. Mein Kollege grinste nur und meinte, so hätte man früher immer gefischt. Da es noch nicht viel Angelzeugs gab, und wenn, dann war es immer teuer und man musste sich was einfallen lassen.

Klasse sagte ich, und ich habe schöne Ruten und Rollen mit genommen um diese auch mal zu testen. Nun ja….ich wollte ja kein Spielverderber sein und fischte was das Zeugs her gab.

Na ca. gefühlten 3 Stunden….es waren aber erst 30 Minuten….erschlaffte mein Arm und ich musste ihn erstmal ablegen auf meinen Knien. Die Kabeltrommel lag zum meinen Füßen, und ich fragte mich, wie viel Schnur da noch drauf ist, als plötzlich mein Arm gegen Wasser gerissen wurde. Im gleichen zug, riss ich ihn wieder zu mir, denn es ist ja mein Arm und somit möchte ich ihn auch behalten. Doch das gelang nur zum teil, denn im gleichen Augenblick, wurde er mir wieder entrissen. Nun wusste ich, was Fun bedeutet, denn ein Hecht hatte meinen Wobbler genommen und wollte nun mit Kupferdraht und Kabeltrommel abhauen. Nun hielt ich dagegen, mein Kollege drosselte den Motor und sagte immer Zieh Zieh Zieh….und ich hatte schön Probleme die dünne Schnur in meiner Hand zu halten, denn immer wenn der Hecht zog, wurde es immer ganz warm/heiß in meiner Hand……..

Schnur in der Hand, Kabeltrommel zwischen den Beinen und Hupferdraht zwischen mir und dem Hecht….tolle Action. Nun ging es los den Hecht zu Drillen, nur die frage war wie ich das anstellen soll. Also begann ich die Schnur ein zu holen mit den Händen. Mein Kollege meinte nur, ich solle die Rolle in die Hand nehmen und aufwickeln. Ich kämpfte wie ein Tiger mit der Schnur und dem Hecht….langsam kamen die ersten Schweißtropfen auf meiner Stirn, die ich auch noch mit der Hand weg wischte, um dann die Schnur wieder zu fassen. Tolle Idee, denn nun glitt die Schnur wieder durch die feuchte Hand.

Meter um Meter gewann ich Schnur und Kupferdraht, solange, bis ich den Hecht zum ersten mal zu sehen bekam. Uhi, es war ein schöner, und im gleichen Augenblick, verlor ich die Schnur und der Hecht nahm sie gleich wieder und verschwand in die Tiefe. Und wieder von vorne die ganze sache, ich merkte, das sich das Boot nun begann zu drehe, ich schaute meinen Kollegen an und fragte, ob er den Hecht nun von hinten Überfahren möchte ?? Er sagte nur, NEIN, er wolle nur näher an den Hecht ran, um es mir zu erleichtern die Schnur ein zu holen.
Na, wenn das so stimmt, dann bin ich ihn dankbar. Und begann weiter Schnur ein zu holen, mittlerweile lagen so ca. 20 Meter Mono und Kupferdraht im Boot, da ich es noch nicht geschafft hatte die Schnur auf de Rolle zu bekommen.

Nun war der Hecht am Boot…und ich schaute verschwitzt und mit weichen Knien zu meinem Kollegen, der immer noch auf seinen Stuhl saß und mir Lachend zuschaute, wie ich mich abkämpfte. Hast du einen Kescher fragte ich verlegen….NÖÖ, denn kannst du so landen.
Ich, ich hatte noch nie einen Hecht gelandet, und wusste auch nicht wie ich das nun machen sollte. Also griff mein Kollege von oben den Hecht und legte ihn zwischen den ganzen Gewirr von Schnur und Kupferdraht. Ich befreite den Hecht aus dem Gewusel und streichelte ihn übers Köpfchen. Mein erster Schweden Hecht lag nun vor mir, ich war glücklich und meine Hände schmerzten. Erst jetzt sah ich, das ich auch leicht Blutete, denn die Schnur hatte sich hin und wieder in die weiche Haut geschnitten. Egal, Hecht, glücklich und fertig mit den Nerven, was möchte man mehr??

Seit dem Tag, fische ich nur noch mit Rute und Rolle, die Kabeltrommel habe ich nie wieder angefasst, denn das ist einfach zu Ansträngen für so einen Zarten Kerl wie ich es bin.
Aber es hat viel spaß gemacht mal zu erfahren, wie man früher Hechte gefangen hat, wobei ich mir sicher bin, das sie Handschuhe getragen haben. Denn für mich lagen auch ein paar bereit, die ich aber nicht gesehen hatte…..

Wobbler, Wirbel, 15 Meter Mono dann 1,5 mm Kupferdraht (als Gewicht) und wieder Mono, und das alles auf eine Kabeltrommel gewickelt ist echt der Hammer Fischzug aller Zeiten.

Meinen Hecht habe ich schön Filetiert und mit nach Hause genommen, dort habe ich ihn gebraten und mit Genuss verspeist!!
Reisender


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Steinbutt werde ich fangen..

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